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Gefahrgut - ABC THL BIO / CHEMIE Gefahrstoff THL VU Chemie PKW / LKW

10.06.2022 um 03:45 Uhr
Einsatznummer
167
Alarmierung
03:45 Uhr
Einsatzende
08:43 Uhr
Fahrzeuge

Einsatzbericht

Die Feuerwehr Aschheim wurde zusammen mit der Kreisbrandinspektion, der Feuerwehr München mit Kranwagen, dem Rettungsdienst in RD Stufe 2, der Autobahnpolizei, dem Fachberater THW und der Autobahnmeisterei zu einem Verkehrsunfall mit dem Meldebild „THL 4 – VU LKW / Bus (leer) Person eingeklemmt“ auf die Bundesautobahn 99, in Fahrtrichtung Süd, kurz vor der Anschlussstelle Kirchheim / Aschheim Süd alarmiert.

Entgegen den ersten Meldungen befand sich die Unfallstelle direkt an der Einfahrt zur Behelfsauffahrt, kurz hinter der AS Aschheim / Ismaning. Dort waren zwei LKW ineinander gefahren. Nach Aussagen der Polizei fuhr dort zuvor ein Sattelzug mit Stückgut beladen nach behobener Panne aus einer Nothaltebucht. Ein von hinten kommender Fahrer eines weiteren Sattelzuges konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr auf den ersten LKW auf. Dabei wurde der erste LKW über den Fahrbahnteiler geschoben und der Auflieger kam quer zur Behelfsabfahrt zum Liegen. Der aufgefahrene Sattelzug kam auf dem Seitentreifen zum Stehen.

Eine erste Erkundung der Besatzung des in die Behelfsauffahrt eingefahrenen Einsatzleitwagen zeigte, dass keine Personen in den Fahrzeugen eingeklemmt und beide Fahrer nur leicht verletzt waren. Umgehend wurden die beiden Fahrer dem kurz nach dem ELW eintreffenden First Responder Personal zur Betreuung und Behandlung übergeben. Alle nachfolgenden Kräfte wurden nun im Folgenden über die Anschlussstelle Aschheim / Ismaning zur Unfallstelle herangeführt. Die verletzten Personen wurden der ersten eintreffenden Rettungswagenbesatzung übergeben.

Nachdem eine Erste Absicherung durch den eingetroffenen Rüstwagen und dessen Besatzung eingerichtete war, zeigte die weitere Erkundung, dass der aufgefahrene Sattelzug mit 34.000 Litern Dieselkraftstoff beladen war. Da es an der Einsatzstelle sehr stark nach Dieselkraftstoff roch und aufgrund der ineinander verkeilten LKW ein Stoffaustritt zunächst nicht eindeutig ausgeschlossen werden konnte, wurde durch die Feuerwehreinsatzzentrale nach zweiter Lagemeldung das Alarmstichwort auf „ABC THL BIO / CHEMIE Gefahrstoff THL VU Chemie PKW / LKW“ erhöht und weitere Kräfte der Feuerwehr Ismaning, UG-ÖEL mit ELW 2 und der ABC Zug München Land nachalarmiert.

Die kurz nach dem Rüstwagen an der Einsatzstelle eingetroffenen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und Löschgruppenfahrzeug 20 wurden vor und hinter der Unfallstelle aufgestellt. Aus beiden Fahrzeugen wurde je ein C-Rohr zur Sicherstellung des Brandschutzes vorgenommen. Zudem wurde durch beide Fahrzeuge die Einsatzstelle zusätzlich ausgeleuchtet. Der Versorgungs – LKW mit Verkehrssicherungsanhänger sperrte im Folgenden drei Fahrspuren und den Seitenstreifen. Im weiteren Verlauf konnten jedoch bereits wieder zwei Fahrspuren freigegeben werden.  Der ebenfalls alarmierte Rettungshubschrauber ging direkt im Grünstreifen der Behelfsauffahrt zur Landung, dieser konnte nach Sichtung der Fahrer durch den Notarzt jedoch ohne Transport wieder abfliegen.

Nachdem mit dem Beginn der Ausleuchtung der Einsatzstelle ein Stoffaustritt ausgeschlossen werdne konnte, konnten die nachalarmierten Kräfte abbestellt bzw. aus dem Verfügungsraum entlassen werden.

Mit dem Eintreffen der Autobahnmeisterei Hohenbrunn konnte die Verkehrsabsicherung an diese übergeben werden. Durch den Fachberater Technisches Hilfswerk wurde in Abstimmung mit dem EL FW weitere Kräfte des THW zur Entladung des Stückgutes nachgefordert. Zudem wurde über die Firma des Tanklastzuges ein leeres Fahrzeug angefordert um den Kraftstoff aus dem Havaristen umzupumpen und diesen schließlich bergen zu können. Da eine große Menge auslaufender Betriebsstoffe aus beiden LKW in das Erdreich gelangt war, wurde das Wasserwirtschaftsamt parallel durch die Feuerwehr informiert, welches weitere Maßnahmen mit der Autobahnmeisterei abstimmte.

Nachdem das THW den Großteil der verstreuten Ladung entfernt hatte, konnten der restliche Kraftstoff, ca. 300 Liter, der sich noch in den abgerissenen oder Leck geschlagenen Fahrzeugtanks befand, durch die Besatzung des Rüstwagen mit einer Fasspumpe abgepumpt und in einen IBC Behälter des THW umgefüllt werden. Der IBC Behälter sowie die Fasspumpe wurden im Folgenden kurzerhand von den Kameraden der Feuerwehr Unterföhring weiter benutzt. Diese waren nämlich zwischenzeitlich zu einem Unfall zwischen einem LKW und einem PKW, kurz nach der Anschlussstelle Aschheim / Ismaning alarmiert worden, wo der Kraftstofftank des betroffenen LKW ebenfalls beschädigt wurde.

Nach dem Umpumpen des Tanklastzuges, war an der Einsatzstelle die Sicherstellung des Brandschutzes in dem zuvor genannten Maße nicht mehr notwendig. Die Feuerwehr übergab die Unfallstelle an das THW und die Autobahnmeisterei. Zwei Bergeunternehmen waren bis in den Nachmittag mit der Bergung der Havaristen beschäftigt.