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Zugübung mit realistischer Übungsdarstellung

01.04.2022 um 18:57 Uhr

Bericht

Die Gruppen- und Zugführer in der Feuerwehr Aschheim nehmen wie alle anderen Kameraden auch an den regelmäßigen Übungen teil.
Allerdings ist es auch primär die Führungsmannschaft, die diese Übungen für ihre jeweiligen Löschgruppen vorbereiten und leiten. Damit die Gruppen- und Zugführer aber auch selbst im Einsatzfall jeder Einsatzlage gewachsen sind, bedarf es auch entsprechender Übungen mit von Dritten ausgearbeiteten Übungslagen.
Hierzu eignet sich aktuell besonders ein derzeit zur Verfügung stehendes Gebäude der Gemeinde, in dem nahezu alles (mit Ausnahme eines echten Feuers) geübt werden kann. Das „fehlende“ Feuer stellt kein Problem dar, wenn man in seinen Reihen Kameraden hat, die Lehrgänge „zur realistischen Übungsdarstellung“ absolviert haben. Dann hängt am Dienstagabend, den 29.03.22, schon mal schwarzer Rauch über der Ortschaft und Flammen erhellen den Abendhimmel.

Das Übungsszenario: zwei Löschgruppen wurden um kurz nach 19 Uhr mit dem Löschzug zur Einsatzübung in die Ismaninger Straße zu einem Einfamilienhaus mit dem Meldebild „Kellerbrand Person in Gefahr“ alarmiert. Nach und nach rückten die Fahrzeuge, auf Abruf durch die Übungsleitung, zur Meldeadresse aus.
Die zuerst eintreffende Besatzung des Einsatzleitwagens und die Besatzung des auf Anfahrt befindlichen ersten Löschfahrzeuges konnten gleich zu Beginn neben einem winkenden Mitteiler auch gleich eine erste Durchzündung in Form eines Feuerballes an der Eingangstüre – aufsteigend vom Keller aus – beobachten. Mitgeteilt wurde dem Zugführer zunächst, dass eine Person nach einem Brand mit Durchzündung an der Heizung abgängig ist. Das Treppenhaus war bereits verraucht, ansonsten war an den Fenstern der oberen Räume kein Rauch sichtbar.
Der Zugführer wies dann den Gruppenführer der ersten Gruppe in die Lage ein. Dieser ließ seinen Angriffstrupp mit einem C-Rohr zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in den Keller vorgehen. Der Wassertrupp übernahm die Verkehrsabsicherung und die Wasserversorgung über einen Hydranten. Der Schlauchtrupp auf der inzwischen eingetroffenen Drehleiter unterstützte hier zusätzlich.
Bei der weiteren Erkundung des Gebäudes konnte auf der Rückseite des Gebäudes eine Person festgestellt werden, die im 1. Obergeschoss um Hilfe rief, da sie vom Rauch eingeschlossen war und das Treppenhaus nicht betreten konnte. Die zweite Gruppe mit ihrem Löschfahrzeug erhielt nach dem Eintreffen umgehend die Aufgabe zur Menschenrettung mit tragbarer Leiter im Hinterhof. Während der Rettung dieser ersten Person, konnte auch der Angriffstrupp im Keller eine Person ausmachen und mit einer Fluchtmaske aus einem Nebenraum (ein Bewohner, der sich zum Zeitpunkt der Durchzündung an der Heizung in einem Waschraum befand) im Keller retten. Da aus dem Keller jedoch weiterhin Hilferufe zu vernehmen waren und auch der Brandherd noch nicht identifiziert war, ging ein weiterer Atemschutztrupp, diesmal aus der zweiten Gruppe, in den Keller vor.
Auf der Vorderseite des Gebäudes konnte zwischenzeitlich eine weitere Person an einem Fenster festgestellt werden, die über die Drehleiter durch deren Besatzung gerettet wurde. Inzwischen konnte der im Keller vorgehende Trupp den (im wortwörtlichen Sinn) in Flammen stehenden Heizraum erreichen und löschen. Eine Person (Übungspuppe mit einem neuen Sprachmodul, welches in Dauerschleife um Hilfe rufen kann und eine Wärmekontur für die Wärmebildkamera liefert) konnte hier vom Trupp aufgefunden und ebenfalls gerettet werden. Somit waren bereits 21 Minuten nach dem Eintreffen der Kräfte bereits alle vier Personen gerettet und in Sicherheit gebracht.
Während der Übung arbeitet der ELW und der Zugführer auf Hochtouren, um Bereitstellungsräume, Abrufplätze und weitere Kräfte sowie die Einsatzstelle zu organisieren.
Nachdem alle Personen und Übungspuppen gerettet waren, stellte sich kurzzeitig ein wenig Ruhe ein, Lüftungsmaßnahmen wurden besprochen und vorbereitet die bis zu diesem Zeitpunkt mangels Abluftöffnung nicht durchgeführt werden konnten, ehe auffiel, dass zunehmend dichter schwarzer Rauch am Dachstuhl und aus einem Giebelfenster aufstieg. Der Brand hatte sich über den tatsächlich (laut Übungsdrehbuch durch die Verpuffung) beschädigten Kamin auf das Dachgeschoss ausgebreitet. Nachdem der Rauch dichter wurde und die Reaktion der Löschgruppen im Gegensatz zu den ersten Maßnahmen eher verhalten ausfiel, zündete der Rauch in Form eines weiteren Flammenstoß durch.
Ein Atemschutztrupp fuhr dann sofort zur Erkundung das Giebelfenster mit der Drehleiter an, während eilig eine Angriffsleitung verlegt und der entstehende Brand unter dem Dachvorsprung gelöscht wurde. Auch mittels sogenanntem Fensterimpuls (der noch am Nachmittag per kontinuierlicher Schulung an die Mannschaft zur Information kommuniziert wurde) wurde der Löschangriff durch das Fenster vom Boden aus vorgenommen. Der Trupp in der Drehleiter lies derweil die Wasserversorgung in der Drehleiter vorbereiten und nahm mittels Einreißhaken eine Öffnung des Dachs vor. Mit diesen Maßnahmen wurden schließlich die vorhandenen Gefahren bekämpft und die Übung konnte beendet werden, ehe der Trupp mit dem Einreißhaken in der Drehleiter tatsächlich das Dach öffnete und damit viel „Nacharbeit“ am Gebäude generieren würde.

Nachdem die Fahrzeuge wieder aufgerüstet waren, erfolgte die kurze Nachbesprechung.

Ein Dank gilt neben den engagierten Übungsteilnehmern, den drei Kameraden der JF für die Darstellung der Opfer in Keller und Obergeschoss, sowie dem Team der Übungsvorbereitung und Lagedarstellung.