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Neuer Einsatzleitwagen übernommen

09.01.2020 um 19:56 Uhr

Bericht

Am 7. und 8. Januar konnte das Team „Ersatzbeschaffung ELW“ in Lüneburg den neuen Einsatzleitwagen „Florian Aschheim 12/1“ nach 14-Monatiger Planungs-, Vergabe- und Bauzeit vom Aufbauhersteller Redcar, ausgeführt auf VW Crafter, übernehmen.

Bereits im Oktober 2018 begann das Team „Ersatzbeschaffung ELW“ mit der Arbeit und der Vorbereitung zur Ausschreibung. Nach einer zweitägigen Aufbaubesprechung beim Aufbauhersteller im Mai und einigen Telefonaten sowie E-Mails ging es im Januar 2020 dann wieder für zwei Tage rauf nach Lüneburg um das Fahrzeug abzunehmen und die ausgeführten Arbeiten zu überprüfen.

Das Team machte sich, unterteilt in drei Trupps, gleich daran das Fahrzeug zu prüfen. Erste kleinere Beanstandungen konnten noch während der Abnahme durch die motivierten Mitarbeiter der Firma Redcar noch am ersten Tag behoben werden. Weitere kleinere Änderungen, deren Umsetzung eine Vorplanung brauchte, konnten in der Früh des zweiten Tages vorgenommen werden, so dass direkt im Anschluss die Einweisung auf das Fahrzeug und die Geräte erfolgen konnte.

Der Einsatzleitwagen 1 nach Norm dient zum Führen von Zügen und Verbänden. Er dient im Einsatz dem Einsatzleiter bzw. Abschnittsleiter oder der Gesamteinsatzleitung als Führungshilfe und Kommunikationszentrale. Hier laufen alle wichtigen Informationen zusammen. Der Einsatzablauf wird dokumentiert und geplant. Dazu ist das Fahrzeug mit zwei Funkarbeitsplätzen, einer davon mit PC, ausgestattet. Das Team hat sich zu Beginn des Projektes nach Befragung der Mannschaft und Erfahrungen aus Einsätzen und Übungen hier ganz bewusst für einen digitalen Arbeitsplatz mit PC, inklusive Führungssoftware Fireboard, und einen analogen Arbeitsplatz mit Whiteboards, Magnetschildern, Folie und Stiften entschieden. So kann eine breitere Basis der Kameradinnen und Kameraden auf das Fahrzeug geschult werden, ohne Berührungsängste vor der Technik zu erzeugen.

Die fest verbauten Funkgeräte werden über ein zentrales Lardis-System angesteuert und durch verschiedenste IT Lösungen ergänzt. Bei der Konfiguration der Funkgeräte wurde darauf geachtet, dass bei kleineren Lagen eine Funkführung vom Fahrer oder Beifahrer aus im Einsatzstellen- und Leitstellenfunk möglich ist. Bei größeren Lagen wird der Funkraum besetzt, Lagekarten erstellt und ein Einsatztagebuch (Dokumentation der Funksprüche, Befehle, Rückmeldungen und Maßnahmen) geführt. Dazu wird das Fahrzeug über einen eigenen Stromerzeuger in besonders leiser Ausführung gespeist. Neben allen Verbrauchern und der Beleuchtung kann zusätzlich die im Funkraum eingebaute Dachklimaanlage oder das Heizgerät betrieben werden.

Mit der Internetfähigen IT kann die Besatzung des Einsatzleitwagen selbstständige Informationen recherchieren und in Kontakt mit der Feuerwehreinsatzzentrale oder anderen am Einsatz beteiligten nicht BOS-Kräften treten. Auch alle Einsatz-, Objekt- und Hydrantenpläne, Rettungskarten sowie wichtige Informationen, Merkblätter und Standardeinsatzregeln sind auf den Geräten hinterlegt und können abgerufen werden. Auf dem Fahrzeug befindet sich eine Wetterstation die die herrschenden Bedingungen an der Einsatzstelle anzeigt. Eine zweite, mobile, Wetterstation kann auf einem Stativ bis zur Absperrgrenze gebracht werden um hier unabhängig von der Umgebung des ELW die Windstärke und Windrichtung bestimmen zu können.

Zur Erstellung von Lagekarten und dem Führen eines Einsatztagebuches kann die Besatzung die Führungssoftware benutzen und rein digital arbeiten. Zusätzlich ist es möglich einen der beiden Monitore über eine Außensteckdose nach außen zu duplizieren. Wem das zu viel Technik ist, dem stehen Whiteboard, Stifte, Taktische Arbeitsfolien und magnetische taktische Zeichen sowie ein Formblatt und Schreibmaterial zur Verfügung.

Im Funkraum sind alle Wände als magnetische Whiteboards ausgelegt um schnell Informationen notieren zu können und Lagen schnell zu erfassen. In einem nach hinten gerichtetem Schrank befinden sich Ordner und das Multifunktionsgerät, sowie ein Satz taktische Zeichen.

Zwischen Fahrer und Beifahrer wurde eine Konsole gebaut, die Einsatzleitermappe, Schlüsselkasten, Funktionsweste, sowie Schnellhefter aufnimmt.

Im Heck des Fahrzeuges befindet sich der Geräteraum. Hier ist neben dem Verbandskasten, Stromerzeuger, Verkehrsabsicherung, Feuerlöscher, Wärmebildkamera, Schnelleinsatzzelt, mobile Wetterstation, Brechwerkzeug, Handmikrofon auch eine Kaffeemaschine mit Zubehör verlastet.

Bei längeren und größeren Lagen kann das im Heck mitgeführte Schnelleinsatzzelt neben dem ELW aufgebaut werden. Dieses dient dann als Witterungsgeschützter Besprechungsraum für die Abschnitts- bzw. Einsatzleitung oder zum Schutz der Mannschaft die auf Ihren Einsatz wartet oder eine Pause machen muss. Dieses Zelt kann auch bei anderen Lagen verwendet werden, beispielsweise um bei Regen Verletzte oder Atemschutzgeräteträger, die auf Ihren Einsatz im Innenangriff warten und nicht nass werden sollen, zu schützen. Es wurde so gewählt, dass auch eingeklemmte Personen, in Fahrzeugen bis Transporter-Größe, schnell und effektiv vor Regen und Witterung geschützt werden können.

Ab der 3. Kalenderwoche beginnt die Einweisung für die restlichen 13 Führungskräfte und die Gruppe Einsatzleitwagen bestehend aus mehr als 20 „Intensiv-Nutzern“. Erst im Anschluss wird der ELW in Dienst gestellt. Auch alle anderen Kameradinnen und Kameraden werden dann im Laufe der kommenden Monate die Einweisung erhalten.

 

Die Feuerwehr Aschheim bedankt sich beim 1. Bürgermeister Thomas Glashauser und dem gesamten Gemeinderat für die Freigabe zur Ersatzbeschaffung. Der Dank gilt auch der Kämmerei und den beteiligten Gemeindemitarbeitern für eine schnelle und effektive Umsetzung und Problemlösung. Schlussendlich danken wir auch unserem „Team Ersatzbeschaffung ELW“ für die aufgebracht Zeit, die Ideen, Reisen und Diskussionen um einen sehr gelungen ELW zu erhalten.