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Lehrgang Ausbilder in feststoffbefeuerten Brandübungscontainern

05.10.2022 um 12:55 Uhr

Bericht

Vergangene Woche absolvierte das Team „Atemschutz“ der Feuerwehr Aschheim zusammen mit der Feuerwehr Unterschleißheim den Lehrgang „Ausbilder in feststoffbefeuerten Brandübungscontainern“. Nachdem bereits Ende Juli zwei Abende der Atemschutzausbildung (Brandcontainer + Brandhaus) am Übungshof in Unterschleißheim stattfanden, kam man im Gespräch auf die Idee, den Lehrgang der beiden Feuerwehren zusammen durchzuführen und sich infolgedessen in einer Art „Gentlemans Agreement“ die Ausbildungsstätten zu teilen.
Unterschleißheim hat den bereits angesprochenen Brandcontainer, Aschheim eine Kriechstrecke. Somit konnten Übungen in den jeweils anderen Wehren stattfinden und die Auszubildenden auf Brandeinsätze optimal vorbereitet werden.

Tag 1
Treffpunkt war am 26.09. um 8.00 Uhr im Gerätehaus Unterschleißheim. Bepackt mit PSA, Atemschutzgeräten samt Ersatzflaschen, ausreichend Getränken zum Flüssigkeitsausgleich und sichtlich viel Vorfreude auf den Lehrgang, machten sich unsere Kameraden um 7.15 Uhr auf den Weg.
Nach Umladen des Materials auf den Versorgungs-LKW der Unterschleißheimer Kameraden ging es zum Übungshof. Nach Ankunft und Entladen begann die erste Theorieeinheit zu Bestandteilen und Verlauf einer Verbrennung, der Aufbau eines Brandcontainers und die Brandverlaufskurve eines Zimmerbrands. Mit dem Ende der Theorieeinheit wurde nach draußen verlagert. Hier wurde eine experimentelle, aus Holz gebaute Brandkammer, welche den Brandverlauf später im Container zeigt, angezündet und die Phasen eines Brandes erläutert.
Nach einer kleinen Stärkung mittags ging es, ausgerüstet mit der PSA, erstmals in den Container. Man bepackte den Container mit Brandgut und erklärte dessen Steuerung. Nachdem alle in der Theorie verstanden hatten, um was ging hieß es Ausrüsten mit Atemschutz. Das Feuer in der Brandkammer wurde entzündet und man sah den vorher in der Theorie besprochenen Brandverlauf im Container. Nach kurzer Zeit und ausreichend Temperatur im Container gab es die ersten Rauchgasdurchzündungen. Dies wurde mehrfach wiederholt und mit Ende der Atemluft hieß es „Container räumen“. Nach dem kontaminationskonformen Ablegen der PSA stand den Teilnehmern die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Nach kurzer Verschnaufpause und Flüssigkeitsausgleich ging es nach Hause. Der erste Tag war vorbei.

Tag 2
Wieder am Übungshof in Unterschleißheim angekommen wiederholte man den Theorieteil des Vortags und teilte die Teilnehmer in zwei Gruppen auf. Nun begaben sich die Ausbilder in den Hintergrund und es lag an den Teilnehmern den Container zu beladen, Sicherheitschecks der Anlage durchzuführen, die Sicherheitseinweisung zu halten und zuletzt auch den Container zu befeuern. Was am Vortag recht einfach aussah, stellte sich nun doch als schwieriger als erwartet raus. Zu Beginn gab es diverse Kommunikationsprobleme zwischen dem Brandcontainer und den Kameraden, die ihn bedienen sollten. „Irgendwia duad der ned des, wos i wui“ war des Öfteren zu vernehmen. Mit den Tipps der Ausbilder funktionierte die Steuerung dann immer besser und nach geraumer Zeit fegten die ersten Rauchgasdurchzündungen unter der Decke durch. Jeder der Teilnehmer durfte an die Steuerung des Containers und als es anfing richtig Spaß zu machen, hörte man im dichten Rauch des Containers wieder das Pfeifen einer Restdruckwarneinrichtung eines Pressluftgeräts, so dass der Container verlassen werden musste.
Nach der Mittagspause gab es eine kurze Einheit Türöffnungsverfahren und Strahlrohrführung. Beim Türöffnungsverfahren zeigte man der ersten Gruppe das korrekte Verhalten an einer Brandraumtür. Temperatur checken, Rauchabschluss setzen, Schlauchpaket in Stellung bringen, eine kurze Absprache über das Vorgehen im Trupp, Rückmeldung an den Gruppenführer und anschließendem Vorgehen in den Brandraum.
Parallel hierzu zeigte man der zweiten Gruppe die unterschiedlichen Möglichkeiten der Verwendung von Strahlrohren im Innenangriff.
Nachdem beide Gruppen getauscht wurden, ging es wieder Richtung Brandcontainer. Sicherheitscheck der Anlage, Sicherheitsunterweisung der Teilnehmer, Aufbauen der Wasserversorgung, Anlegen der PSA sowie Atemschutz und Entzünden des Brandguts wurden, wie gelernt, abgearbeitet. Nun hieß es wieder Üben mit der Anlage. Die Teilnehmer verstanden die Funktionen des Containers immer besser und freuten sich über gelungene Durchzündungen.

Tag 3
Am dritten Tag begann es, wie gewohnt, wieder mit einem Theorieteil.
Inhalt dessen waren die möglichen Gefahren, die im Container auftreten können, korrektes Verhalten bei diesen und der Bergung sowie das Entkleiden eines möglichen Atemschutznotfalls. Sollte ein Kamerad im Container bewusstlos werden oder ihm aus irgendwelchen Gründen das eigenständige Verlassen des Containers nicht mehr möglich sein, wird dieser durch die anderen Kameraden in das sichere Draußen „gerettet“. Dort nimmt man ihm dann sein Atemschutzgerät ab, entledigt ihn seiner Schutzkleidung und übergibt ihm dem Rettungsdienst. Jeder Atemschutzträger lernt dieses Vorgehen bereits in der Ausbildung, wodurch dies, für die Teilnehmer des Kurses, nur eine Wiederholung war. Die entsprechende Übung hierzu klappte auch bei allen Teilnehmern ohne Probleme. Anschließend ging es wieder Richtung Container, um die bereits bekannte Prozedur zu durchlaufen. Die Abläufe sollen für die Teilnehmer zur Routine werden, um Fehler in der Zukunft möglichst zu vermeiden: Feuer entzünden… viel Luft in den Brandraum befördern. Rauchschicht im Container absenken lassen… Zuluft zum Brandraum begrenzen. Rauchschichten im Container untereinander angleichen… geringe Abgabe von Löschwasser an die Decke. Temperatur im Beobachtungsraum erhöhen… Brandraumtür länger öffnen. Rauchgasdurchzündungen provozieren… Brandraumtür schließen, unter Abwesenheit von Sauerstoff, Pyrolyse Gase entstehen lassen, Brandraumtür öffnen… Zündung. Während die Teilnehmer diese Vorgänge übten, erklärten sie den jeweils anderen Teilnehmenden die vorzunehmenden Aktivitäten. So wie es später den Atemschutzauszubildenden gezeigt werden soll.
Nach Mittag tauschte man wieder die Gruppen durch und die jeweils anderen durften Ausbilder spielen und den Container bedienen.

Tag 4
Es ging in der Früh wieder mit einem Theorieteil los. Ausbildungsziele in einem Brandcontainer stand an der Tafel. In so einem Container kann man noch einiges mehr üben. Neben besagtem Durchzünden kann man ebenfalls sehr gut Brandphänomene, die Grenzen der eigenen Schutzkleidung, Orientierung bei Nullsicht, Strömungen des Rauchs/der Luft, Löschangriff in Brandräume und taktische Ventilation zeigen. Anschließend wurde eine Brandbekämpfung durchgeführt. Sichtlich erschöpft ging es zu einer Stärkung in die Ausbildungshütte, in der es wieder ein Feedback der Ausbilder gab. Nachmittags wurde dieselbe Lage wie vormittags nochmal gefahren. Am Ende des Tages hatten alle Teilnehmer die Anlage ohne Probleme im Griff und fuhren der Abschlussprüfung am folgenden Tag entgegenfiebernd nachhause.

Tag 5
Tag der Abschlussprüfung. Vom Frühstück gestärkt ging es in den Schulungsraum zur Abnahme der schriftlichen Prüfung, welche alle mit Bravour meisterten. Nach einer kurzen Nachbesprechung der Prüfung durften die Teilnehmer Karten ziehen, welche mit ihren Aufgaben in der Praxisprüfung versehen waren. Mit beladenen Autos ging es wieder zurück zum Übungshof. Dort mussten die Teilnehmer einen Ausbildungsabend bestehend aus Brandcontainer, Atemschutznotfall und Angriffsübung präsentieren. Die jeweils gerade nicht geprüften Ausbilder spielten die Teilnehmer. So hatte jeder seine Aufgabe, welche abgearbeitet werden musste.
Nach abgeschlossener Prüfung hieß es zusammenräumen und zurück ins Schleißheimer Gerätehaus. Dort wurden die Autos wieder aufbereitet und es ging ins Stüberl zur Prüfungsnachbesprechung und Übergabe der Zeugnisse.

Wir gratulieren unserem Team Atemschutz Patrick Speer, Sebastian Dietz und Tobias Lux zum erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs „Ausbilder in feststoffbefeuerten Brandübungscontainern“ und freuen uns schon darauf, wenn sie unseren Atemschutzträgern richtig einheizen.