Gefahrgut - ABC 2 Gefahrstoff undefinierbare Flüssigkeit
Einsatzbericht
Gefahrstoff – ABC
Lage
Die Feuerwehr Aschheim wurde zunächst telefonisch zusammen mit der Polizei zu einem Einfamilienhaus in Aschheim gerufen. Dort wollte der Bewohner eines Hauses einige Gegenstände zum Verkauf vorbereiten und stieß dabei auf ein kleines Braunglasfläschchen, welches er wohl vor über 30 Jahren gekauft hatte. Seine eigene Recherche im Internet liess auf einen gefährlichen Stoff schließen, weshalb er sich an die Polizei wandte. Erste parallele Recherchen der Feuerwehreinsatzzentrale legten nahe, dass es sich bei dem eingetrockneten Stoff vermutlich um Pikrinsäure, die getrocknet als hochexplosiv und gesundheitsschädlich eingestuft werden muss, handelte.
Maßnahmen
Beim Eintreffen des als Erstfahrzeug anfahrenden Einsatzleitwagen war die Polizei bereits vor Ort und die Bewohner hatten das Gebäude bereits verlassen. Die Erkundung in der Küche zeigte ein ungeöffnetes Fläschchen mit schätzungsweise 40 ml kristallinem Inhalt sowie außenliegenden Kristallablagerungen im Bereich zwischen Flaschenhals und Deckel. Aufgrund der Informationen durch stoffbezogene Memplex-Informationen forderte die Feuerwehr einen ABC-Fachberater nach. Parallel veranlasste die anwesende Polizei die Alarmierung der Technischen Sondergruppe (TSG). Ein Löschzug der Feuerwehr Aschheim wurden ebenfalls dazu alarmiert.
Durch den ABC-Fachberater wurde bestätigt, dass das Fläschen nicht geöffnet und mit Wasser verdünnt werden kann. Nach eingehender Prüfung durch die etwas später eingetroffenen TSG stellte diese fest, dass der Stoff weder umlagerungs- noch transportfähig war und zwingend vor Ort kontrolliert mittels Sprengung vernichtet werden musste.
Für die Sprengung wurde ein Sperrradius von 300 Metern festgelegt. Da der Polizei für die großflächige Absperrung zu dem Zeitpunkt keine geschlossene Hundertschaft zur Verfügung stand, wurden nochmals weitere Kräfte der Feuerwehr Aschheim sowie eine Drohneneinheit der Feuerwehr Heimsteten nachalarmiert.
Die Einsatzkräfte besetzten insgesamt acht Sperrpunkte, um sämtliche Zufahrts-, Feld- und Radwege im definierten Bereich abzuriegeln. Die Drohneneinheit kontrollierte das Areal aus der Luft auf Personen, während die Polizei zusätzlich die AFK-Zentrale kontrollierte und umliegende Nebenstraßen zum Sperrradius sowie einen Spielplatz sicherte. Zum Eigenschutz während des Transportes wurden vorsorglich ein Notarzt nachgefordert.
Während der Sperrung hoben Einsatzkräfte der Feuerwehr auf einer nahegelegenen Freifläche ein etwa 75 cm tiefes Loch aus. Nach der finalen Bestätigung der Drohne, dass der Gefahrenbereich komplett personenfrei war, wurde das Fläschchen unter Begleitung von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst dorthin verbracht. Die kontrollierte Sprengung durch die Spezialkräfte der TSG verlief erfolgreich und ohne Zwischenfälle.
Im Anschluss wurde das Sprengloch wieder verfüllt, sämtliche Sperrmaßnahmen aufgehoben und die Einsatzstelle an die Polizei übergeben. Die Feuerwehr konnte den Einsatz beenden. Die Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen (Feuerwehr, Polizei, TSG, ABC-Fachberater, Rettungsdienst und FüGK) verlief gewohnt professionell und reibungslos.
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