Gefahrgut - ABC ÖL WASSER Gefahrstoff Öl auf fließendem Gewässer
Einsatzbericht
Öl auf fließendem Gewässer
Lage: Die Feuerwehr Aschheim wurden zusammen mit der Feuerwehr Kirchheim und der Kreisbrandinspektion aufgrund mehrerer im Isarkanal schwimmender Öldosen zum Mittleren Isarkanal alarmiert. Der ELW der Feuerwehr Aschheim und eine KBM trafen zeitgleich an der Einsatzstelle auf Höhe des Parkplatzes an der B471 ein. München Land 3/3 übernahm unverzüglich die fußläufige Lageerkundung flussaufwärts in Richtung Unterföhring, während durch den ELW die Führungsbasis aufgebaut und der Bootseinsatz vorbereitet wurde.
Im Zuge der Erkundung wurde eine im Wasser treibende Öldose sowie ein sichtbarer Ölfilm festgestellt. Die Fließgeschwindigkeit des Wassers war anfänglich gering und die Ausbreitung des Ölfilms zunächst noch begrenzt.
Maßnahmen: Zur Fortsetzung der Erkundung wurde das Mehrzweckboot MZB mittels Ladekran des Versorgungs-LKW zu Wasser gelassen. Bereits kurze Zeit später konnte eine erste Öl-Plastikflasche durch die Besatzung des Boots geborgen werden. Im Verlauf der Maßnahmen wurden insgesamt weitere acht Öldosen im Bereich des Einlaufs zum Seebach festgestellt und ebenfalls aufgenommen.
Parallel musste eine rasch zunehmende Gewässerverunreinigung festgestellt werden. Der Ölfilm breitete sich auf eine Breite von ca. vier Metern und eine Länge von rund 600 Metern aus, bis schließlich nahezu die gesamte Kanalbreite betroffen war. Zur Verhinderung eines Eintrags in den angrenzenden Speichersee (Naturschutzgebiet) wurde in Abstimmung mit dem Betreiber das Kraftwerk Aschheim zunächst gedrosselt und anschließend vollständig abgeschaltet. Zeitgleich brachte die Besatzung des Boots mehrere Ölschlängel am Rechen des Kraftwerks ein.
Die B471 wurde im Bereich der Einsatzstelle einspurig gesperrt und der Verkehr vorbeigeleitet.
Aufgrund der Ausdehnung der Einsatzstelle wurden weitere Kräfte nachalarmiert, die Feuerwehr Unterföhring mit MZB, welche die Maßnahmen unterstützen sollte, FF Pullach mit Ölsperre, ELW 2 und kleiner Aufmarsch UG-ÖEL. Zur Erkundung aus der Luft wurden die FF Heimstetten und FF Grasbrunn mit Drohnen angefordert. Weitere Einheiten transportierten Ölschlängel, Ölwürfel und Vlies zur Einsatzstelle.
Einsatzabschnitte: Aufgrund des Aufwachsens der Einsatzstelle wurden mehrere Einsatzabschnitte (EA) gebildet:
- EA 1: Fundstelle bis Kraftwerk (FF Aschheim / FF Kirchheim)
- EA 2: Weiterer Gewässerverlauf bis Mitteldamm Landsham (MüLa 3/3, später unterstützt durch FF Landsham, FF Pliening, FF Kirchheim und THW)
- EA 3: Gewässerkontrolle Unterföhring (FF Unterföhring, später EA 1 unterstellt)
- EA 4: Kontrolle Seebach (FF Ismaning)
Weiterer Verlauf: Aufgrund der konkret festgestellten Fließgeschwindigkeit von ca. 1 m/s bewegte sich das Öl weiter in Richtung Kraftwerk. Die eingebrachte Sperre aus Ölschlängel zeigte Wirkung, jedoch konnten kleinere Mengen Öl zunächst die Sperre im Verlauf des Kanals passieren, bevor ausreichend Ölschlägel zur Verfügung standen.
Im Laufe der Maßnahmen wurden insgesamt vier Boote, ergänzt um das Boot des THW, zwei Ölsperren und mehrere Sperren aus Ölschlängel über die gesamte Breite des Gewässers eingebracht. Parallel erfolgte die Kontrolle angrenzender Gewässer, Seitenarme und Fischweiher sowohl fußläufig als auch mittels Drohne. Abgesehen vom betroffenen Bereich im Isarkanal wurden keine weiteren Verunreinigungen festgestellt. Eine Kontamination des Speichersees konnte verhindert werden.
Die Feuerwehr verbrachte zusätzlich auf Höhe der B471 eine weitere Ölsperre ins Wasser und zog diese fußläufig flussaufwärts bis zum Seebach. Im Bereich des Ablaufs in den Seebach konnte das Öl gebunden und über ein Boot aufgenommen werden. Im EA 2 mussten zwei Boote eine erhebliche Menge von im Kanal befindlichen Treibguts aufsammeln, bündeln und zu einem bereitstehenden Fahrzeug mit Greifer verbringen, um damit zu verhindern, dass die letzte Ölsperre beschädigt wurde. Die Einsatzstellenlogistik stellte Sanitäreinrichtungen sowie Verpflegung für die eingesetzten Kräfte sicher.
Nach Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt verbleiben die Ölsperren vorerst für drei Tage im Wasser und werden mehrmals täglich kontrolliert.
Besonderheiten dieses Großeinsatzes:
- Großflächige Gewässerverunreinigung über mehrere hundert Meter
- Einsatz mehrerer Boote und Drohneneinheiten
- Schutz eines angrenzenden Naturschutzgebietes erfolgreich umgesetzt
- Sehr gutes Zusammenwirken aller eingesetzten Organisationen
Wir bedanken uns bei allen eingesetzten Kräften für die gute und reibungslose Zusammenarbeit.
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