Brand - B 3 PERSON im Gebäude Zimmer

23.12.2025 um 20:11 Uhr
Einsatznummer
482
Alarmierung
20:11 Uhr
Einsatzende
02:39 Uhr
Fahrzeuge

Einsatzbericht

Zimmerbrand mit Menschenrettung in der Lindenstraße

Lage

In den späten Abendstunden wurde die Feuerwehr Aschheim mit dem Einsatzstichwort „B 3 – Person im Gebäude / Zimmer“ in die Lindenstraße alarmiert. Gemeinsam mit dem Rettungsdienst, der Polizei und der Kreisbrandinspektion rückten die Einsatzkräfte zu einem gemeldeten Zimmerbrand aus. Nach ersten Angaben sollte sich vermutlich eine Person in der betroffenen Wohnung befinden.

Beim Eintreffen des Einsatzleitwagens drang bereits dichter Rauch aus der geöffneten Haustür und mehreren Fenstern. Im Flur des Erdgeschosses war Feuerschein erkennbar. Nachbarn berichteten zudem, dass im Wohnzimmer ein Adventskranz brenne und die Bewohnerin noch in der Wohnung sein könnte.

Maßnahmen

Eine erste Erkundung und der Versuch einer Sofortrettung mussten aufgrund der massiven Brandintensität im Wohnzimmer abgebrochen werden. Unmittelbar anschließend nahm das erste Löschfahrzeug (LF 20) den Innenangriff zur Menschenrettung und Brandbekämpfung im Erdgeschoss über ein C-Rohr vor.

Eine weitere Erkundung über das Nachbarhaus bestätigte den Vollbrand des Wohnzimmers und eine fortgeschrittene Rauch- und Wärmeentwicklung mit geplatzten Fenstern. Da der Garten des Brandobjekts über das Nachbargrundstück nicht erreichbar war, wurden das LF 16 und das HLF in die Ulmenstraße verlegt, um einen zweiten Einsatzabschnitt „West“ zu bilden.

Dort konnte die Bewohnerin etwa zwölf Minuten nach der Alarmierung verletzt, aber ansprechbar im Garten angetroffen und dem Rettungsdienst übergeben werden. Mehrere Trupps unter Atemschutz nahmen im Anschluss über die Gebäuderückseite die Brandbekämpfung und Ausleuchtung des Bereichs vor.

Parallel dazu wurde im vorderen Bereich (Einsatzabschnitt „Ost“) ein Rauchaustritt aus dem Dachstuhl festgestellt. Über die Drehleiter erfolgte eine Kontrolle des Daches. Atemschutztrupps durchsuchten das Gebäude nach weiteren Personen, stellten jedoch keine weiteren Betroffenen fest. Eine starke Rauchausbreitung vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss machte den Einsatz von Drucklüftern erforderlich, um das Gebäude zu entrauchen.

Auch das angrenzende Nachbargebäude wurde kontrolliert, da dort eine leichte Verrauchung des Dachgeschosses festgestellt wurde. Dieses konnte durch maschinelle Belüftung ebenfalls rauchfrei gemacht werden.

Im weiteren Verlauf wurden im Brandraum unter Atemschutz verbrannte Holzverkleidungen, Möbel und Einrichtungsgegenstände ausgeräumt und im Freien abgelöscht. Zur Einhaltung der Einsatzstellenhygiene transportierte der Versorgungs-LKW kontaminierte Ausrüstung, insbesondere Atemschutzgeräte und PSA, zurück ins Gerätehaus und brachte frische Geräte sowie Rollcontainer mit Hygienematerial zur Einsatzstelle. Parallel bereiteten die Gerätewarte im Gerätehaus Ersatzgeräte und PSA vor.

Während der Löscharbeiten ging eine weitere Alarmierung „B 3 – Rauchentwicklung im Gebäude / Brand Sauna“ ein. Die Drehleiter, das Tanklöschfahrzeug, das Mehrzweckfahrzeug sowie der LKW verlegten daraufhin gemeinsam mit Kräften der Feuerwehr Dornach zu diesem Einsatz (siehe Bericht 484). Der Großteil der Kräfte konnte jedoch bald wieder in die Lindenstraße zurückkehren.

Nach dem Ausräumen des Wohnzimmers entwickelte sich erneut Rauch im Bereich der Kommunwand. Das Mauerwerk wurde deshalb an mehreren Stellen geöffnet und die Dämmung kontrolliert. Auch der Dachstuhl wurde über die Drehleiter geöffnet und überprüft. Ein Brand konnte in diesen Bereichen ausgeschlossen werden. Weitere Bohrungen im Ober- und Dachgeschoss zeigten keine Wärmeentwicklungen. Schließlich stellte sich heraus, dass der vermeintliche Rauch aus der Dehnfuge Wasserdampf war, der aus der noch rund 60 °C warmen Zimmerdecke austrat und durch Windverwirbelungen unter das Nachbardach gedrückt wurde.

Zum Abschluss wurde ein Türdurchgang verschalt und das Objekt an die Polizei übergeben. Nach Schätzungen der Polizei ist ein Sachschaden von mehr als 500.000 EUR entstanden. Das Haus wird wohl auf Dauer unbewohnbar bleiben.

Gegen 03:00 Uhr waren alle Fahrzeuge wieder einsatzbereit.

Kräfte im Einsatz

  • Feuerwehr Aschheim mit 45 Einsatzkräften
  • Rettungsdienst
  • Polizei
  • Kreisbrandinspektion München-Land

Dank

Die Feuerwehr Aschheim bedankt sich bei allen beteiligten Kräften für die hervorragende Zusammenarbeit und besonders bei den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Dornach für die Unterstützung bei der parallelen Einsatzlage.