Brand - Dachstuhl

20.07.2018 um 12:21 Uhr
Einsatznummer
230
Alarmierung
12:21 Uhr
Einsatzende
23:21 Uhr
Fahrzeuge

Einsatzbericht

Die Feuerwehr Aschheim wurde mit dem Meldebild und Einsatz Hinweis „B3 Brand Dachstuhl, eventuell nur Gartenhütte“ in den Heimstettner Weg alarmiert. Aufgrund der fortgeschrittenen Brandausbreitung wurde die Alarmstufe jedoch kurz nach Eintreffen der ersten Kräfte zweimal erhöht und damit die Feuerwehren Dornach, Feldkirchen sowie Kirchheim und Heimstetten, die Kreisbrandinspektion, UG-ÖEL, der ABC-Zug München Land, der Rettungsdienste, die Polizei und im späteren Verlauf das THW mit dem Meldebild „B5 Brand Dachstuhl“ in den Heimstettner Weg in Aschheim alarmiert.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand bereits der Dachstuhl des Hauses, zwei Zimmer, der Dachstuhl der Doppelgarage und ein PKW in Teilbrand, ein Durchgang mit Überdachung und Holzlege in Vollbrand.

Erste Löschversuche der Nachbarn mussten aufgrund der Hitze und Rauchentwicklung abgebrochen werden. Ein Angriffstrupp ging unter Atemschutz zur Bekämpfung des Brandes von der Vorderseite des Hauses mit einem C-Rohr vor, um ein weiteres Ausbreiten des Brandes auf das Haus sowie auf benachbarte Häuser zu verhindern. Zeitgleich wurde das Gebäude auf Personen abgesucht, glücklicherweise befanden sich keine Personen mehr im Gebäude was die Nachbarn bestätigten, jedoch konnte im späteren Verlauf eine Katze nur noch tot aus dem Gebäude gebracht werden. Ein zweiter Trupp errichtete derweil eine Riegelstellung von der nordwestlichen Seite der Garage, um das Nachbarhaus zu schützen.

Besonders schwierig gestaltete sich aufgrund der verwendeten Materialen die Brandbekämpfung an dem Fahrzeug.  Aber auch die Holzkonstruktion des Garagendaches und des Durchgangs sorgten für ein ständiges Wiederaufflammen.

Mit dem Eintreffen weiterer Kräfte wurden schnell drei Abschnitte, Außenangriff, Innenangriff und Riegelstellung geschaffen. Jetzt konnte die Brandbekämpfung auch schnell ausgeweitet werden. Im Abschnitt 1 bekämpften Aschheimer und Dornacher Kräfte den Brand von außen mit zwei C-Rohren und einem handgeführten Rohr über die Drehleiter. Im Abschnitt zwei gingen die Feuerwehren Feldkirchen und Kirchheim mit zwei C-Rohren zum Innenangriff über. Im Abschnitt drei übernahm die Feuerwehr Heimstetten die Riegelstellung und Brandbekämpfung von der nordwestlichen Gebäudeseite mit zwei C-Rohren.

Dieser massierte Angriff führte schnell zu einem Löscherfolg. Nachdem „Feuer unter Gewalt“ gemeldet werden konnte, wurde über zwei Drehleitern das Dach im Bereich des Brandes abgedeckt und Glutnester abgelöscht. Das Gebäude wurde mit drei Überdrucklüftern und einem Be- und Entlüftungsgerät vom Rauch befreit. Einsatzkräfte des ABC-Zug nahmen Messungen der Umgebung, Nachbarhäuser und dem betroffenen Gebäude vor. Zudem unterstützen sie den Besitzer dabei, persönliche Dokumente, Wertgegenstände und Erinnerungsstücke zu bergen, was nach Absprache mit der Polizei möglich war.

Um die Statik des Dachstuhls und des Garagendachs prüfen zu lassen, wurde durch die Einsatzleitung ein Statiker zur Einsatzstelle alarmiert. Durch den ebenfalls hinzugezogen Fachberater THW wurden weitere Einsatzkräfte des THW zur Einsatzstelle für Verschalungs- und Aufräumarbeiten angefordert. Die Feuerwehr Haar brachte zwei Notdächer aus den Beständen des Katastrophenschutz an die Einsatzstelle, wovon eines im späteren Verlauf über den offenen Dachstuhl gelegt wurde.

Nachdem „Feuer aus“ gemeldet werden konnte, wurden die ersten Einsatzkräfte aus dem Einsatz herausgelöst, um die Einsatzbereitschaft wieder herzustellen, damit konnte auch die Wachbesetzung der Feuerwehr Haar aufgelöst werden.

Zudem nahmen – wie üblich – Brandfahnder ihre Arbeit auf. Zu deren Unterstützung musste das geparkte Auto mit der Seilwinde des Rüstwagen vor die Garage gezogen werden. Mit einem ebenfalls zur Einsatzstelle bestellten Radlader des Aschheimer Bauhhofes wurde nun das Brandgut aus dem Durchgang und den Zimmern entfernt und für die Polizei aufbereitet. Anschließend konnte das THW Dachziegel und Brandgut in einer Mulde abtransportieren. Weiter begannen die Einsatzkräfte nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen mit dem Verschalen der Fenster. Zwei Atemschutztrupps öffneten die Dachverkleidung von innen, um sie auf Glutnester zu kontrollieren, wobei sie nicht mehr fündig wurden. Im Anschluss daran wurde das Notdach an der Drehleiter angehängt und mit Unterstützung durch das THW am Dach befestigt.

Der sehr heiße Sommertag zeigte Wirkung bei den Einsatzkräften, vor allem die 20 eingesetzten Atemschutztrupps verrichteten Schwerstarbeit. Während des Einsatzes wurden die Einsatzkräfte mit Getränken und Essen vorsorgt. Die Anwohner der benachbarten Häuser leisteten ebenfalls ihren Beitrag durch Betreuung der betroffenen Hausbewohner sowie Unterstützung der Einsatzkräfte, in dem Platz zum Ausruhen zur Verfügung gestellt und Getränke angeboten wurden. Die Einsatzleitung konnte in einer benachbarten Garage eingerichtet werden.

Der Gesamtschaden liegt laut Polizei zwischen 400.000 € und 500.000 €.

s. auch https://www.merkur.de/lokales/muenchen-lk/aschheim-ort28228/in-aschheim-111-feuerwehrleute-bekaempfen-grossbrand-10050469.html

s. auch https://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/feuerwehreinsaetze-raub-der-flammen-1.4063731